Risikolebensversicherung: In bestimmten Lebensphasen unverzichtbar

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat aktuelle Zahlen zu verschiedenen Vorsorgeversicherungen vorgelegt: Die Kapital-LV – mit dem eingebautem Bestandteil Risikolebensversicherung -erlebt demnach seit dem Beginn der 2000er Jahre einen steten Abwärtstrend. Rentenversicherungen sind dagegen ein Boom-Segment.

 

In seinen Daten für das vergangene Jahr weist der GDV für die Jahre 2000 bis 2012 insgesamt 30 Millionen neue Rentenversicherungspolicen aus. Im gleichen Zeitraum hat sich die Anzahl der LV-Verträge mit eingebautem Todesfallschutz, also für eine klassische Lebensversicherung, um 24 Millionen reduziert. Versicherungsbranche und GDV werten den Boom der Rentenversicherung als Erfolg. Die Versicherten hätten unter anderem durch die Riester-Reform verstanden, dass eine private Altersvorsorge unabdingbar ist. Allerdings geht dieser Trend zu Lasten anderer Versicherungsformen, auf welche die Verbraucher tendenziell verzichten.

 

Riester-Renten belasten Kapitallebensversicherung

Die Zunahme der Rentenversicherungen geht eindeutig zu Lasten von Kapitallebensversicherungen, klassische Produkte scheinen nicht mehr zeitgemäß zu sein. Verantwortlich dafür sind unter anderem rund zehn Millionen Riester-Renten, die keinen solchen Risikotodesfallschutz enthalten. Fondsgebundenen Rentenversicherungen beinhalten zwar in der Regel eine Beitragsrückzahlung im Todesfall, bei durchschnittlichen Monatsbeiträgen von 70 Euro und einer zehnjährigen Ansparphase beläuft sich das „Sterbegeld“ jedoch nur auf etwas über 8.000 Euro.

Die klassische Strategie einer Kapitallebensversicherung  mit integrierter Risikolebensversicherung mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 30 Jahren kostet den Durchschnittskunden im Monat dagegen nur knapp 60 Euro, bei einer fondsgebundenen Kapital- und Risikolebensversicherung werden rund 80 Euro Monatsbeitrag fällig. Die Versicherungssumme im Todesfall liegt dagegen bei durchschnittlich 20.000 Euro. Der Rückgang der Kapitallebensversicherungen ist inzwischen ein gravierender volkswirtschaftlicher Faktor. Im Jahr 2003 waren in diesem Segment noch rund eine Billion Euro Todesfall-Leistungen versichert, diese Summe belief sich 2012 nur noch auf etwa 720  Milliarden Euro. Die klassische Kapitallebensversicherung muss sich neu erfinden – oder sie verschwindet.

 

Risikolebensversicherung ohne Kapitalanlage befindet sich im Aufwind

Im Gegensatz dazu befindet sich die reine Risikolebensversicherung ohne Kapitallebensversicherung im Aufwind. Die Zahl der Neuverträge ist 2012 – wieder im Vergleich zu 2003 – von 5,4 auf 7,4 Millionen angestiegen. Die durchschnittlichen Versicherungssummen haben sich im vergangenen Jahrzehnt von 60.000 auf 75.000 Euro pro Vertrag erhöht. Aus unserer Sicht verhalten sich die zwei Millionen Versicherungskunden, die auf eine reine Risikolebensversicherung ohne Kapitalanlage setzen äußerst rational: Die Erträge von Kapitallebensversicherungen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und beinhalten inzwischen für die Versicherten ein langfristiges Vermögensrisiko. Gleichzeitig ist der Todesfallschutz durch eine Risikolebensversicherung in vielen Lebenslagen unverzichtbar und beispielsweise bei Heirat und Familiengründung, einer darauffolgenden Baufinanzierung, bei Kreditaufnahmen oder Selbstständigkeit der effektivste Weg, die Hinterbliebenen im Todesfall relativ umfassend abzusichern.

Und den anderen wesentlichen Bestandteil einer Kapitallebensversicherung, das Ansparen, kann man sehr viel kostengünstiger und effektiver über Fonds- oder Banksparpläne ersetzen. Genau hier werden die wesentlichen Vorteile einer unabhängigen Finanzberatung, beispielsweise über einen Honorarberater, deutlich.

André Jonas

Ihr Finanzberater für eine 100 % unabhängige und neutrale Finanzberatung gegen Honorar und frei von Provisionen oder sonstigen Zuwendungen Dritter. Mit meinen zwei Standorten Köln und Leipzig betreue ich kleine und große Mandate von Ärzten, Freiberuflern, Selbständigen und führenden Angestellten. Dabei habe ich mich Spezialisiert auf die vier Bereiche: Vertragsprüfung, Geldanlage, Altersvorsorge und Risikovorsorge. In der Vertragsprüfung geht es in erster Linie darum bestehende Verträge auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen und zu durchleuchten. Für den Bereich der Geldanlage und Altersvorsorge nutze ich vor allem Depotlösungen mit Hilfe von ETF ́s und Anlageklassenfonds , Kapitalanlageimmobilien (Denkmalimmobilien, Bestandsimmobilien, Neubau) und steueroptimierte Fondspolicen (Nettopolicen). In der Risikovorsorge berate ich zu Berufsunfähigkeitsabsicherung, Risikolebensabsicherung und Pflegeabsicherung. Ich stehe für eine dauerhafte Betreuung, nachhaltigen und soliden Vermögensaufbau und eine faire Beratung. Seit mehr als 12 Jahren arbeite ich in der Finanzberatung in einem Netzwerk von Honorarberatern, Anlageberatern, Steuerberatern und Rechtsanwälten.
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