Finanzkrise: Banken haben kräftig zahlen müssen
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Finanzkrise: Banken haben kräftig zahlen müssen

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Die Annahme, dass die Banken die Finanzkrise ungeschoren überstanden haben, ist schlicht falsch. Allein die Bußgelder für US-amerikanische Institute belaufen sich auf weit über 100 Milliarden US-Dollar. Die finanziellen und moralischen Folgen der Finanzkrise sind noch längst nicht überwunden. Nach der Finanzkrise hat sich die Gesellschaft pauschal darauf geeinigt, dass die Banken ihre Gewinne privatisieren, Verluste jedoch an die Allgemeinheit weitergeben.


Die Banker mit ihren fetten Boni mutierten weltweit zu einer Hassfigur, für deren Gier im Zweifelsfall der Steuerzahler die Zeche zahlt. Nach einigen Milliardenklagen und Gerichtsprozessen ist klar, dass für die Finanzkrise nicht nur der Steuerzahler bluten musste. Auch die Banken haben Federn lassen müssen. In welchem Ausmaß, wird sich endgültig erst zeigen, wenn die Altlasten der Krise restlos aufgearbeitet sind.

Hohe moralische und materielle Krisenfolgen für die Banken

Der Schaden aus der letzten Finanzkrise für die Banken lässt sich nur bedingt mit einem strafrechtlichen Maßstab messen, der nur bedingt zur Ahndung unternehmerischer Fehler und erfolgloser Spekulationen taugt. Stattdessen sind die Banken und ihre Vertreter insgesamt in Verruf geraten. Zu den moralischen Folgen der Finanzkrise kommen trotzdem hohe materielle Schäden: In den USA haben die Banken bisher Bußgelder, Kautionen, Anwaltshonorare sowie Schadensersatz- und Vergleichszahlungen in Höhe von über 100 Milliarden US-Dollar gezahlt. Diese Summe übersteigt alle Dividenden der vergangenen Jahre und wird künftig noch weiter wachsen.

Zu den Verlierern gehören außerdem die Mitarbeiter vieler Banken. Während und nach der Finanzkrise verloren Tausende von “einfachen” Angestellte der Banken ihre Arbeitsplätze. Auch die in der Branche zuvor oft als globale Stars gehandelten Führungskräfte wurden mehrheitlich durch neues Personal ersetzt. In den USA haben sich nach der Finanzkrise nur Lloyd Blankfein von Goldmann Sachs sowie Jamie Dimon von JP Morgan an der Spitze ihrer Häuser halten können. In Großbritannien und der Schweiz sieht es nicht besser aus. Dass als Folge der Finanzkrise in der Chefetage der Banken das Personalkarussell auch weiterhin rotiert, zeigt das Beispiel der niederländischen Rabobank, deren Chef sich erst vor wenigen Tagen wegen der “kriminellen Energie” in seinem Institut für den vorgezogenen Ruhestand entschied.

Deutsche Banken – juristisches Krisen-Nachspiel und schrumpfende Gewinne

Im Vergleich dazu haben sich die großen Geschäftsbanken Deutschlands seit der Finanzkrise gut gehalten. Die Commerzbank und Martin Blessing als ihr Chef werden bis auf weiteres auch durch den deutschen Staat als größtem Einzelaktionär gestützt. Die Deutsche Bank hat zwar einen Schaden von bislang vier Milliarden Euro aus Rechtsstreitigkeiten aus der Finanzkrise für sich verbuchen müssen, steht jedoch für einen Sonderfall. Ihr heutiger Vorstandsvorsitzender Anshu Jain verantwortete vor und in den Krisenjahren den Derivate-Handel des Instituts und hat von London aus die gigantische Geldmaschinerie, die schließlich in die Krise führte, maßgeblich angekurbelt. Die Gewinne seines Hauses wurden durch die Kosten für Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzforderungen allerdings auch im dritten Quartal 2013 bis auf bescheidene 18 Millionen Euro aufgezehrt.

Die Eigenkapitalrendite der Deutschen Bank lag im Geschäftsjahr 2012 vor Steuern bei 1,3 Prozent, nach Steuern bei nur noch 0,4 Prozent. Zum Vergleich: 2009 und damit auf dem Höhepunkt der Finanzkrise konnte Josef Ackermann eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern für sein Haus verbuchen. Juristisch hart getroffen hat ihr Verhalten in der Krise vor allem die ehemaligen Vorstände mehrerer deutscher Landesbanken, die es auf den internationalen Geldmärkten mit Billigung der Politik und ihrem “stupid German Money” besonders wild getrieben haben. Zu den gerichtsrelevanten Vorwürfen gegen sie gehört Bilanzfälschung ebenso wie Steuerhinterziehung.  Im Übrigen haften für die katastrophale Rolle der Banken in der Krise nicht zuletzt ihre Investoren, die das Hazard-Spiel der Chefs auf absehbare Zeit mit massiven Aktienkursverlusten sowie dem Ausfall ihrer Dividenden büßen werden.

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