Finanzberatung durch Banken: Junge Anleger vermehrt skeptisch

Junge Anleger vertrauen auf ihren eigenen Instinkt, was Anlageentscheidungen angeht: Sie haben Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Finanzberatung durch Bankberater und informieren sich bevorzugt im Internet. Sind Young Professionals die Avantgarde eines Trends?

 

Provisionslastige Finanzberatung abgelehnt

Eine Umfrage des deutschen Instituts für Portfoliostrategien (DIPS) ergab: Junge Anleger, die sich Wünschen zur Finanzberatung an ihre Bank wenden, werden immer seltener. Hatten 2012 23 Prozent auf diese Art Finanzberatung verzichtet, sind es aktuell bereits 49 Prozent. Das Gespräch mit dem Hausbankberater suchen, anders als im Vorjahr, statt 50 nur noch 29 Prozent. Jeder zehnte junge Anleger sucht Rat bei Bekannten oder wendet sich an unabhängige Finanzexperten. Eine Erhebung der FOM Hochschule für Ökonomie und Management, Essen, nahm gut 21.000 berufsbegleitend Studierende an 32 deutschen Standorten in den Blick. Eine Umfrage, die verdeutlicht, wie junge, gut ausgebildete Gutverdiener (knapp 2.300 Euro Nettoeinkommen) tendenziell über Anlageberatung denken. Junge, mündige Anleger sind skeptisch, weil sie die Mechanismen von Finanzberatung durchschauen: Bankberater, einseitig auf maximale Provisionen fokussiert, gelten zunehmend als wenig vertrauenswürdig. Zudem lehnen Young Professionals die angebotenen Finanzprodukte als vorkonfektioniert und nicht bedürfnisgerecht ab. Selbstbewusst vertrauen 88 Prozent der Befragten auf das eigene Finanzverständnis, das man als sehr gut, gut bzw. eher gut einordnet – während der Durchschnittsbürger sein Finanzwissen als eher gering bewertet.

 

Diese Finanzprodukte sind attraktiv

Verspielen die Banken hier wichtige Chancen? Junge Anleger mit guten Karriereperspektiven und hervorragenden Verdienstaussichten sind, weil in diesem Lebensabschnitt offen für langfristige Geldanlage und Altersvorsorge, eine entscheidende Zielgruppe. Dabei gab ein Test durch das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) einer Reihe von Banken gute Noten für kompetente Finanzberatung im Bereich Altersvorsorge. Allerdings sieht auch das DISQ Verbesserungspotenzial und moniert die Unübersichtlichkeit von Angebotsunterlagen. Anscheinend raten Verbraucherschützer nicht ohne Grund dazu, einen unabhängigen Zeugen zum Beratungsgespräch mitzunehmen.

Doch welche Produkte kaufen junge Leute? Laut FOM-Umfrage investiert man zu 77 Prozent in Tagesgeld, dicht gefolgt von Aktien mit 49 Prozent sowie zu 48 Prozent in Riester- bzw. Rürup-Produkte. Klassisches Bausparen und Sparbuch folgen mit 44 bzw. 43 Prozent, daneben Fonds zu ebenfalls 43 Prozent. Kapitallebensversicherungen nehmen mit 24 Prozent einen vergleichsweise geringen Anteil ein. Hat man auf Internetseiten der Anbieter, in der Wirtschaftpresse und in Testberichten recherchiert, werden Finanzprodukte zu 44 Prozent im Internet erworben. Und wer sich kostenlose Finanzberatung in der Bank nutzt, kauft trotzdem zu 28 Prozent online. Einfache Produkte ohne Provision werden bevorzugt, 75 Prozent hat Geld auf Tagesgeldkonten, jeder Zweite besitzt Aktien: Das Deutsche Aktieninstitut verzeichnet eine Aktionärsquote bei 7,5 Prozent der Bürger über 14 Jahren. Dennoch scheinen Kenntnisse der Finanzprodukte optimierungsfähig: So differenzieren junge Anleger im Fondsbereich oft wenig zwischen Finanzprodukten mit und ohne Provision. Der Anteil aktiv gemanagter, kostspieligerer Fonds liegt um 30 Prozent höher als der passiv gemanagter Fonds, wenngleich diese – verglichen mit 2012 – zehn Prozent zulegen konnten.

 

Unabhängige Finanzberatung als Alternative?

Nicht alle verlassen sich auf hausgemachte Expertise: Immerhin sind 38 Prozent die Befragten durchaus bereit, für unabhängige Honorarberatung zu zahlen, sofern die Vergütung erfolgsabhängig erfolgt. Aber ein Fünftel machte keine Angaben zur Honorarberatung – hier ist Aufklärungsarbeit zu leisten. Wenig überrascht, dass nicht nur junge Investoren, sondern Geldanleger insgesamt klassische Finanzberatung mit wachsender Skepsis beäugen. So trafen laut einer neuen repräsentativen Umfrage von TNS Infratest 22 Prozent Finanzentscheidungen in Eigenregie, verglichen mit 17 Prozent in 2010. 21 Prozent gaben an, den Berater geringfügig mit einzubinden. Fazit: Knapp die Hälfte der deutschen Anleger macht kaum bis überhaupt nicht von Anlageberatung Gebrauch. Dem folgt die Handlungsempfehlung der Studie an die Banken: In Suchmaschinenoptimierung investieren und das Onlineangebot deutlich kundenfreundlicher gestalten.

André Jonas

Ihr Finanzberater für eine 100 % unabhängige und neutrale Finanzberatung gegen Honorar und frei von Provisionen oder sonstigen Zuwendungen Dritter. Mit meinen zwei Standorten Köln und Leipzig betreue ich kleine und große Mandate von Ärzten, Freiberuflern, Selbständigen und führenden Angestellten. Dabei habe ich mich Spezialisiert auf die vier Bereiche: Vertragsprüfung, Geldanlage, Altersvorsorge und Risikovorsorge. In der Vertragsprüfung geht es in erster Linie darum bestehende Verträge auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen und zu durchleuchten. Für den Bereich der Geldanlage und Altersvorsorge nutze ich vor allem Depotlösungen mit Hilfe von ETF ́s und Anlageklassenfonds , Kapitalanlageimmobilien (Denkmalimmobilien, Bestandsimmobilien, Neubau) und steueroptimierte Fondspolicen (Nettopolicen). In der Risikovorsorge berate ich zu Berufsunfähigkeitsabsicherung, Risikolebensabsicherung und Pflegeabsicherung. Ich stehe für eine dauerhafte Betreuung, nachhaltigen und soliden Vermögensaufbau und eine faire Beratung. Seit mehr als 12 Jahren arbeite ich in der Finanzberatung in einem Netzwerk von Honorarberatern, Anlageberatern, Steuerberatern und Rechtsanwälten.
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