Beteiligungen als Anti-Transparenzprodukte in der Krise?

Branchen-Insider und potentielle Investoren betrachten derzeit Beteiligungen mit extrem hoher Skepsis. Schlechte Performance, Betrugsfälle und Totalausfälle haben ihnen einen recht grundsätzlichen Ruf als Anti-Transparenzprodukte eingetragen. Die negative Bilanz der Branche sollen nun neue Gesetze und neue Anlagemodelle wenden. Beteiligungen befinden sich derzeit in einer akuten Krise.

 


Laut Angaben des Verbandes Geschlossener Fonds sind Investitionen in Beteiligungen im ersten Quartal 2013 im Vergleich zu Vorjahr um 50 Prozent zurückgegangen. Besonders hart hat dieser Einbruch mit Investitionsrückgängen von 86 respektive 61 Prozent geschlossene Energie- und Immobilienfonds sowie gemischte Beteiligungen getroffen. Im Gegensatz zu früheren Jahren kamen zwischen Januar und März 2013 lediglich 28 neue Angebote auf den Markt.

Beteiligungen – Investitionen mit vollem unternehmerischem Risiko

Geschlossene Fonds respektive Beteiligungen unterscheiden sich grundsätzlich von Investmentfonds. Anleger erwerben damit reales Eigentum – mit allen unternehmerischen Risiken. Einfluss auf das Management der Kapitalanlage ist damit jedoch kaum verbunden. Nach bisheriger Gesetzeslage greifen bei diesem Anlagemodell anders als bei börsennotierten Fonds auch keine staatlichen Kontrollen. Gleichzeitig binden sich Investoren damit bis zum Verkauf der Anlageobjekte. Ein vorzeitiger Ausstieg ist – in aller Regel  mit empfindlichen Verlusten – nur über Zweithandelsplattformen möglich. Den Emittenten von Beteiligungen schreiben neue Gesetze nun größere Transparenz und rechtsverbindliche höhere Standards vor.

Ab 22. Juli 2013 unterliegen geschlossene Fonds den Vorschriften des neuen Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB), das die europäischen Richtlinie zur Regulierung alternativer Investmentfonds nun auch im deutschen Recht zum Tragen bringt. Beteiligungen können künftig nur mit einer Zulassung der Finanzaufsichtsbehörde (BaFin) ausgegeben werden und unterliegen strikten Anforderungen an ihr Eigenkapital. Auch ihr Liquiditäts- und Risiko-Management sowie ihre Auskunftspflicht gegenüber Investoren sowie der BaFin ist neu geregelt worden.

Qualitative Marktbereinigung durch rechtsverbindliche Qualitätsstandards

Der eine oder andere Finanzexperte erwartet, dass die neue Rechtssicherheit zu einer Bereinigung des Marktes führt. Vor allem viele kleinere Emittenten und qualitativ zweifelhafte Angebote werden voraussichtlich vom Markt verschwinden. Allerdings müssen Investoren in Beteiligungen auch mit höheren Kosten und damit geringeren Renditen rechnen. Transparenz, faire Regeln und ein insgesamt geringeres Risiko dürften diesen Nachteil jedoch mehr als kompensieren. Die Branche hofft jetzt, dass gesetzliche Regulierungen und Marktbereinigung dazu führen, dass Beteiligungen auch für neue Anlegergruppen attraktiver werden.

Parallel dazu verlassen sich die Emittenten von geschlossenen Fonds nicht mehr vorrangig auf das Verkaufstalent ihrer Finanzberater, sondern reagieren auf veränderte Bedürfnisse der Investoren mit neuen kreativeren Angeboten. Inzwischen befinden sich beispielsweise auch Beteiligungen für den Bau und Betrieb von Wasserkraftwerken oder Kitas auf dem Markt. Zudem lassen sich neue Beteiligungen mit flexibler Laufzeit und/oder Sonderkündigungsrechten deutlich besser an die individuelle Lebens- und Vermögensplanung von Privatanlegern adaptieren. Vor allem kleinere und spezialisierte Anbieter investieren inzwischen in die Anlageobjekte auch gemeinsam mit ihren Investoren.

Auf Beteiligungen spezialisierte Berater verknüpfen ihre eigenen Erträge oft stärker mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Anlagemodells. Diskrepanzen finden sich auf dem Markt im Hinblick auf die optimale Anlagedauer für Beteiligungen. Generell gilt, dass Langzeit-Investitionen zu einem geringeren Risiko und höheren Renditen führen. Viele Anleger interessieren sich jedoch vor allem für Beteiligungen mit einer kurzen Laufzeit von maximal fünf Jahren. Ausnahmen finden sich durch die  langfristige  staatliche Subventionierung vor allem bei Beteiligungen im Bereich der regenerativen Energien. Privatanleger sollten ihre Entscheidung für eine Investition in Beteiligungen grundsätzlich mit Hilfe eines Profis fällen, der die verschiedenen Anlagemodelle gründlich auf ihre Zukunftsfähigkeit und ihre Risiken durchleuchtet. Optimal ist, wenn es sich dabei um einen wirklich unabhängigen Berater und folglich um eine wirklich unabhängige Honorarberatung handelt.

André Jonas

Ihr Finanzberater für eine 100 % unabhängige und neutrale Finanzberatung gegen Honorar und frei von Provisionen oder sonstigen Zuwendungen Dritter. Mit meinen zwei Standorten Köln und Leipzig betreue ich kleine und große Mandate von Ärzten, Freiberuflern, Selbständigen und führenden Angestellten. Dabei habe ich mich Spezialisiert auf die vier Bereiche: Vertragsprüfung, Geldanlage, Altersvorsorge und Risikovorsorge. In der Vertragsprüfung geht es in erster Linie darum bestehende Verträge auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen und zu durchleuchten. Für den Bereich der Geldanlage und Altersvorsorge nutze ich vor allem Depotlösungen mit Hilfe von ETF ́s und Anlageklassenfonds , Kapitalanlageimmobilien (Denkmalimmobilien, Bestandsimmobilien, Neubau) und steueroptimierte Fondspolicen (Nettopolicen). In der Risikovorsorge berate ich zu Berufsunfähigkeitsabsicherung, Risikolebensabsicherung und Pflegeabsicherung. Ich stehe für eine dauerhafte Betreuung, nachhaltigen und soliden Vermögensaufbau und eine faire Beratung. Seit mehr als 12 Jahren arbeite ich in der Finanzberatung in einem Netzwerk von Honorarberatern, Anlageberatern, Steuerberatern und Rechtsanwälten.
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